Berchtesgaden, Februar 2026 – Vom 25. bis 27. Februar 2026 fanden die 23. Deutschen Asphalttage in Berchtesgaden statt. Rund 1.200 Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik, Verwaltung, Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft berieten darüber, wie Verkehrsinfrastruktur resilient, wirtschaftlich tragfähig und zugleich nachhaltig gestaltet werden kann – und welche strategischen Weichenstellungen sowie Investitionen dafür jetzt erforderlich sind. Veranstalter war der Deutscher Asphaltverband e.V.
Seit mehr als vier Jahrzehnten haben sich die Deutschen Asphalttage in Berchtesgaden als führende Plattform für Wissenstransfer und strategischen Dialog etabliert. Der politisch bedeutsame Branchentreff verbindet Zukunftsthemen der Infrastruktur mit praxisnahen Lösungsansätzen und gibt der Branche Orientierung in Zeiten tiefgreifender Transformation.
Ein besonderer Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltung ist die Festrede von Peer Steinbrück, Bundesminister der Finanzen a.D. In seinem Beitrag ordnet er die aktuellen Herausforderungen der Infrastrukturpolitik in den größeren wirtschafts- und finanzpolitischen Kontext ein.

Politischer Dialog: Investitionen und moderne Infrastruktur im Fokus
Oliver Nohse, Präsident des Deutschen Asphaltverbandes e.V., eröffnete die 23. Deutschen Asphalttage mit einer feierlichen Rede. Dabei wurde er von Franz Rasp, 1. Bürgermeister von Berchtesgaden, sowie hochrangigen Vertretern aus Bund und Ländern begleitet.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, sowie Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, richteten ihre Grußworte per Videobotschaft an die Teilnehmenden. Die Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Verkehr unterstreicht die Bedeutung der Veranstaltung als zentrale Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung und Baupraxis.
Im Anschluss diskutierten Expertinnen und Experten in einem hochrangig besetzten Panel die milliardenschweren Investitionsbedarfe für den Erhalt und die Modernisierung der Straßeninfrastruktur. Die Diskussion bündelte unterschiedliche Perspektiven und suchte nach konkreten Lösungsansätzen für die aktuellen Herausforderungen.
„Die Deutschen Asphalttage bilden das wichtigste technische und strategische Forum unserer Branche. Gerade angesichts der Transformation von Bauprozessen und Energieversorgung ist der Austausch zwischen Forschung, Industrie und öffentlicher Hand entscheidend“, betonte Nohse.

Digitalisierung und KI: Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Ein zentraler Schwerpunkt der Vortragsveranstaltung lag auf der Digitalisierung. Beiträge zu Smart Construction zeigten, wie automatisierte und vernetzte Baustellen, Echtzeitdaten sowie Künstliche Intelligenz Logistik, Temperaturmanagement und Verdichtung optimieren können. Digitale Plattformen, modellbasierte Kalkulation und datengetriebene Qualitätssicherung erhöhen Transparenz, Prozesssicherheit und Ressourceneffizienz.
„Moderne digitale Technologien ermöglichen es, Bauprozesse präziser zu steuern, Qualität messbar zu machen und Emissionen über den gesamten Lebenszyklus transparent zu erfassen. Mit diesen Möglichkeiten tritt der Asphaltstraßenbau in ein neues Zeitalter ein“, prognostizierte André Täube, Geschäftsführer des Deutschen Asphaltverbandes e.V.
Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft im Asphaltstraßenbau
Die Tagung widmete sich in Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen intensiv der nachhaltigen Gestaltung von Straßeninfrastruktur. Diskutiert wurden CO₂-optimierte Vergaben, Umweltproduktdeklarationen (EPD), digitale Produktpässe sowie ganzheitliche Lebenszyklusbewertungen. Innovative Materialien, höhere Ausbauasphaltquoten und konsequente Wiederverwendungsstrategien standen ebenso im Fokus wie systematische Ansätze zur Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft. Die Verbindung ökologischer Ziele mit wirtschaftlicher Umsetzbarkeit bildet einen entscheidenden Erfolgsfaktor für die Transformation der Branche.
„Nachhaltigkeit und Energieeffizienz verändern die Asphaltproduktion grundlegend. Entscheidend ist, Innovationen skalierbar umzusetzen und gleichzeitig Wirtschaftlichkeit und Qualität zu gewährleisten. Darum unterstützt der Verband seine Mitglieder bei der Erstellung von Muster-EPDs, deren erste Ergebnisse wir im Rahmen der Veranstaltung bereits vorstellen konnten“, so Marco Bokies, Geschäftsführer des Deutschen Asphaltverbandes e.V.
Energiewende, neue Regelwerke und Fachkompetenzen
Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und ambitionierter Klimaziele gewinnen alternative Brennstoffe und neue Produktionsverfahren im Asphaltbau zunehmend an Bedeutung. Vorgestellt wurden Konzepte zur Nutzung biogener Reststoffe, Holzstaub und weiterer Strategien zur Dekarbonisierung der Asphaltproduktion. Eine anschließende Diskussionsrunde widmete sich der Energiewende im Asphaltbau und den realistischen Perspektiven für eine klimaneutrale Infrastruktur.
Weitere Vortragsblöcke befassten sich mit Bildung und Nachwuchsförderung sowie der Einführung des neuen Technischen Regelwerks.
Fachausstellung als Innovations- und Netzwerkplattform
Parallel zum Kongress präsentierten über 90 Aussteller zukunftsweisende Technologien, Maschinen, Baustoffe und digitale Anwendungen. Als integraler Bestandteil der Deutschen Asphalttage förderte die Fachausstellung – ebenso wie das begleitende Abendprogramm – Innovation, Vernetzung und den intensiven Dialog zwischen Industrie, Bauwirtschaft und öffentlichen Auftraggebern.
Die Deutschen Asphalttage 2026 zeigen deutlich: Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft werden die Asphaltbranche langfristig prägen. Die Tagung bietet zudem Raum für persönlichen Austausch, fachliche Diskussionen und strategische Kooperationen – und setzt damit wichtige Impulse für wegweisende Innovationen und Lösungen der Branche. Ganz im Sinne des Leitmotivs der Veranstaltung: Treffen. Reden. Entscheiden.
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